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Homeoffice und 4-Stunden-Tag? Worum es bei New Work wirklich geht

Wer beim Begriff New Work nur an flexible Arbeitszeiten, Coworking Spaces oder Homeoffice denkt, liegt zwar nicht ganz falsch, tut New Work damit aber dennoch Unrecht. 
New Work steht nicht nur für eine neue Art des Arbeitens, sondern auch für den grundlegenden Struktur- und Kulturwandel, der dafür notwendig ist.

 

Arbeitskultur vergangener Zeiten

Arbeiten wie vor 150 Jahren? Kaum vorstellbar, oder? In vielerlei Hinsicht tun wir aber genau das. Viele Strukturen und Gepflogenheiten, die unser Arbeiten bestimmen, sind noch immer Relikte aus der Zeit der Industrialisierung – strikte Arbeitsteilung oder die 40-Stunden-Woche zum Beispiel. Aber auch das grundlegende Verständnis von Arbeit, Personal und der Organisation als solcher sind durch die technische und patriarchale Perspektive der Industrialisierung geprägt. Wie tief dieses alte Verständnis in unserer Gesellschaft verankert ist, zeigt ein Blick auf unsere Sprache. So sprechen wir beispielsweise von Human Resources, wenn es um Personalmanagement geht – der Mensch als Produktionsressource.
Wir leben im 21. Jahrhundert und so viele unserer Lebensbereiche werden von Fortschritt und Modernität bestimmt. Warum sollte also unsere Arbeitswelt immer noch so sehr von vergangenen Jahrhunderten geprägt sein? New Work läutet deshalb das Ende der "alten Arbeitswelt" ein. Entwickelt wurde das New Work-Konzept bereits in den 70er Jahren und geht auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück. Das neue Arbeiten rückt den Menschen ins Zentrum und geht auf die Chancen und Herausforderungen der zunehmend globalisierten und digitalisierten Gesellschaft ein.

 

Menschen statt Ressourcen

Das New Work Mindset versteht die Organisation als einen Organismus, der lebendig und ständig in Bewegung ist. So steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen in den Vordergrund.
Statt maximaler Produktionskraft sind nun das Wohlbefinden und die Selbstverwirklichung aller Mitarbeiter:innen im Fokus. New Work ist deshalb eine tiefgreifende Veränderung auf vielen Ebenen. Strenge Hierarchien, die beinah militärisch anmuten, gehören der Vergangenheit an. Mit New Work kommt New Leadership - ein Führungsstil, der respektvoll und fürsorglich ist und Mitarbeiter:innen auf Augenhöhe begegnet. Damit ändert sich auch die Kommunikation. Offenheit, Transparenz und Empathie sollen nun das Miteinander im Unternehmen bestimmen. 
Durch neue Organisationsprinzipe, wie beispielsweise Holacracy, lassen sich Hierarchien abflachen und die Verantwortung und Selbstbestimmung von Mitarbeiter:innen stärken. 

Vor allem in älteren Unternehmen gelingt der Umstieg auf New Work jedoch nicht mal eben von einem Tag auf den anderen. Schließlich handelt es sich bei New Work zum einen um eine Art Weltanschauung, außerdem steht das Konzept für einen profunden Kulturwandel. Für diesen Wandel muss jede:r Mitarbeiter:in eines Unternehmens von New Work und seinen Werten überzeugt sein und aktiv am Gelingen mitwirken.
New Work bedeutet nicht Chaos und Anarchie, auch bei New Work bedarf klarer Regeln für die erfolgreiche Arbeit im Unternehmen. Regeln, die die Kommunikation, Verantwortlichkeiten und Arbeitsprozesse organisieren. 
New Work ist deshalb sicher kein leicht umzusetzendes Konzept. Die Werte und Vorstellungen, die sich hinter New Work verbergen, sollten jedoch schon lange ein fester Bestandteil unserer Arbeitswelt sein.

 

 

 


Quellen:

Female Leadership Podcast
https://newworkblog.de/new-work/

 

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